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Trier-Saarburg - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Trier-Saarburg

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Es gibt Landkreise, in denen sich die Zeiten nebeneinander ordnen, und es gibt solche, in denen sie sich übereinanderlegen wie Gesteinsschichten. Trier-Saarburg gehört zur zweiten Sorte. Zwischen den Weinhängen der Mosel, dem Zusammenfluss von Saar und Mosel und den dunklen Höhen des Hochwalds liegt eine Landschaft, in der Steinzeitmenschen, Kelten, Römer, Einsiedler und Heilige ihre Spuren hinterlassen haben, oft an denselben Stellen. Wer hier unterwegs ist, geht selten durch eine einzige Vergangenheit, sondern durch mehrere zugleich.

Im Hochwald, rund um Farschweiler, Beuren, Bescheid und Thomm, stehen und liegen helle Quarzit- und dunkle Schieferblöcke, die man Menhire oder Hinkelsteine nennt, und fast jeder von ihnen trägt ein Fragezeichen. Der liegende Stein bei Farschweiler wurde 1929 entdeckt, der Hinkelstein von Beuren ruht neben seinem Stumpf an einer Quelle, der Stein bei Bescheid war erst eine Grabstele und dann ein Grenzstein, und sein nördlicher Zwilling wurde 2006 irrtümlich entfernt. Bei Zerf liegt auf einer Lichtung ein vermuteter Kultplatz, auf dem ein abgebrochener Pfeiler steht, und ein zweiter Stein in der Nähe wurde von Unbekannten zersägt. Bei Thomm leuchtet ein heller Quarzblock neben einem Parkplatz, und bei Holzerath liegen drei Quarzitblöcke im Lärchenwald, die die Sage zu Mördern erklärte, die die Muttergottes zu Stein verwandelte, während sie in Wahrheit die Reste eines jungsteinzeitlichen Großsteingrabs sind.

An der Mosel ist die Stimmung eine andere. In Trittenheim steht hoch über dem Fluss der Eselstratt, an dessen Mulde die Legende vom Hufabdruck der Jungfrau klebt, die sich auf ihrem Esel vor einem heidnischen Ritter ins Tal rettete. In Konz wurde der Weiße Wacken im 20. Jahrhundert zum Kaiserdenkmal gemacht, verwilderte in einem Wäldchen und kehrte erst 2002 zurück an seine Grenze. Das Alte wird hier bewegt, umgedeutet und vergessen, und es kehrt, manchmal, zurück.

Die Römer haben in diesem Kreis ihre eindrucksvollsten Spuren gesetzt. In Mehring steht mitten im Weinort das Haus eines reichen Gutsbesitzers, mit Mosaiken, schwarzem Marmor und einer Wasserleitung, die noch heute den Dorfbrunnen speist, und in Konz erhebt sich neben einer Kirche das Frigidarium der Kaiservilla Contionacum, in der Valentinian I. im Jahr 371 Gesetze unterschrieb. Es sind Orte, an denen man begreift, dass die Antike keine ferne Epoche war, sondern ein Alltag mit Küchen, Bädern und Weinbergen.

Und zwischen den Steinen und Mauern liegen die Höhlen. Bei Kordel birgt die Genovevahöhle, einst schlicht Kuttbachhöhle, eine erfundene Legende von einer unschuldig verstoßenen Frau und zugleich echte Spuren menschlicher Zuflucht seit der Altsteinzeit. Nur wenige Schritte entfernt liegt die Klausenhöhle, in der vielleicht ein Eremit lebte und in der zwei Gesichter aus dem Fels blicken, die wie Totenmasken wirken und von denen niemand sicher weiß, wer sie schuf und wozu.

Was mich an diesem Landkreis am meisten beschäftigt, ist, wie wenig Gewissheit er anbietet und wie viel Gegenwart er trotzdem besitzt. Fast nichts ist ganz belegt: nicht die Menhire, nicht die Legenden, nicht die Einsiedler. Und doch stehen die Steine da, liegen die Mauern da, und die Felswände halten ihre Gesichter hin, als hätten sie Geduld mit uns.

Was folgt, sind die einzelnen Orte meiner Besuche im Kreis Trier-Saarburg: Steine, Villen, Höhlen und ein Kaiserpalast, die alle auf ihre Weise von dem erzählen, was sich unter der sichtbaren Landschaft sammelt.
Eselstratt
Trittenheim, Rheinland-Pfalz
Menhir
Thomm, Rheinland-Pfalz
Drei Mörder
Holzerath, Rheinland-Pfalz
Weiße Wacken
Konz, Rheinland-Pfalz
Menhir
Zerf, Rheinland-Pfalz
Kultplatz
Zerf, Rheinland-Pfalz
Menhir
Farschweiler, Rheinland-Pfalz
Menhir
Beuren, Rheinland-Pfalz
Menhir
Bescheid, Rheinland-Pfalz
Kuttbachhöhle
Kordel, Rheinland-Pfalz
Klausenhöhle
Kordel, Rheinland-Pfalz
Villa Rustica
Mehring, Rheinland-Pfalz
Kaiservilla
Konz, Rheinland-Pfalz
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