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Saarpfalz - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Saarpfalz

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Im Südosten des Saarlandes, zwischen den Ausläufern des Pfälzerwaldes und dem Bliesgau, liegt ein Landstrich, den man das Tuskana des Saarlandes nennt und der trotzdem nicht wie ein sanftes Postkartenland wirkt, sobald man den Wegen in die Wälder und auf die Höhen folgt. Der Saarpfalz-Kreis ist rotes Land: roter Buntsandstein in den Felsen, roter Sandstein in den Pfeilern, roter Rötel in den Höhlen. Und er ist ein Land der Riesen, zumindest in den Geschichten, die man sich hier erzählt, weil man sich anders nicht erklären konnte, wer all diese Steine bewegt hat.

Den größten findet man bei Blieskastel. Der Gollenstein, 6,58 Meter hoch, gilt als der größte Menhir Mitteleuropas, steht seit rund viertausend Jahren auf einer Kuppe über der Barockstadt, wurde 1939 von Pionieren gestürzt, zerbrach in vier große Teile und wurde 1951 mit Beton wieder aufgerichtet. In der Volkssage heißt er der Wetzstein des Riesen Goliath. Sein kleinerer Bruder steht in Rentrisch, ein 5,05 Meter hoher Pfeiler im Vorgarten eines Wohnhauses, der Spellenstein, nach der Legende der Wetzstein des Riesen Kreuzmann, den dieser den Fliehenden nachwarf, ehe er im Boden von Rentrisch steckenblieb. Zwischen beiden und rund um den Stiefelfelsen bei St. Ingbert, an dessen Seite der Teufelstisch steht, an dem für den Riesen angerichtet war, spannt sich ein Geflecht von Steinen und Geschichten, das Wissenschaft und Sage seit Langem aufeinander beziehen. Die Spitze des Stiefels zeigt, wie man festgestellt hat, auf den Spellenstein.

Bei Aßweiler habe ich einen Pfeiler im reifen Getreide gesehen, mit Rillen und einer Mulde, den man einen Wetzstein nennt, und von dem ich außer dem, was das Auge sieht, wenig weiß. Und bei Oberwürzbach öffnen sich in einer roten Felswand die kleinen Höhlen des Eichertsfels, in denen Menschen der Vorzeit einen Mahlstein aus Basaltlava, Feuersteinabschläge und Rötel zurückließen. Auch dort wollte man Schutz.

Was mir an diesem Landkreis am meisten auffiel, ist, wie sehr hier die Phantasie der Menschen an den Steinen gearbeitet hat. Der Gollenstein wurde zum Wetzstein, der Spellenstein zum Wurfgeschoss, der Stiefel zum Schuh eines Riesen und ein Felsblock zum Tisch für Menschenfresser. Es sind Geschichten, die man nicht glauben muss und die doch etwas Wahres treffen: das Staunen vor Dingen, die zu groß sind, um von Menschen gemacht zu sein, und die es dennoch sind.

Was folgt, sind die Orte meiner Besuche im Saarpfalz-Kreis, Steine und Höhlen im roten Land, an denen sich zeigt, wie viel Geschichte in einem Gestein stecken kann, das man mit dem Fingernagel ritzen kann.
Spellenstein
Rentrisch, Saarland
Teufelstisch
St. Ingbert, Saarland
Gnollenstein
Blieskastel, Saarland
Wetzstein
Aßweiler, Saarland
Eichertsfelshöhle
St. Ingbert, Saarland
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