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Bernkastel Wittlich - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Bernkastel Wittlich

Reisen > Deutschland > Rheinland-Pfalz > Bernkastel-Wittlich
Es gibt Landkreise, die ihre Vergangenheit in einzelnen, weit verstreuten Funden bewahren – und es gibt Bernkastel-Wittlich, wo ich kaum ein Tal, kaum einen Waldrand durchquerte, ohne auf einen weiteren Stein zu stoßen, der schon dort stand, als noch niemand wusste, was Grenzen, Kirchen oder gar Trafostationen einmal bedeuten würden. Zwischen den terrassierten Weinbergen der Mosel und den bewaldeten Höhen des Hunsrücks liegt eine Landschaft, die zu den menhirreichsten Gegenden Deutschlands zählt – und die mir, mehr als jede andere Region meiner bisherigen Reise, das Gefühl gab, ständig von etwas beobachtet zu werden, das älter ist als jede Straße, jedes Dorf, jede Grenze, die man je über sie gezogen hat.

Meine Reise durch diesen Kreis begann in Wintrich, wo ein Menhir so tief und unauffällig mitten im Dorf steht, dass Kinder einst an ihm spielten, ohne zu ahnen, was sie da zum Klettergerüst gemacht hatten, während ein Pfad in seinem Rücken, der Götzenpfad, bis heute von einer vergessenen Kultstätte flüstert. Im Archäologiepark Belginum fand ich zwischen keltischen Gräber kleine, menhirähnliche Quarzite, persönlichere Wächter als die großen Einzelsteine, errichtet nicht für eine ganze Landschaft, sondern für einzelne, längst verklungene Namen. In den Wäldern bei Büdlich, nahe eines Ortes, der bezeichnenderweise Heidenburg heißt, und bei Enkirch, wo ein aus seinem Grabhügel geretteter Stein heute neben einem Weinlehrpfad steht, begegnete mir dieselbe Beharrlichkeit immer wieder: Steine, die man versetzte, beschriftete, manchmal sogar vergaß, und die dennoch weiterhin genau dort standen, wohin man sie stellte.

Und dann der Teufelsstein von Bruch, dessen Sturz die christliche Erzähltradition kurzerhand einem betrogenen Höllenfürsten zuschrieb, weil sie sich die schlichte Beharrlichkeit eines vorchristlichen Kultsteins offenbar nicht anders erklären konnte – und die beiden Menhire von Schönberg, die sich, kilometerweit getrennt und doch in Sichtweite zueinander, über ein Hunsrücktal hinweg zuzunicken scheinen, unbeeindruckt vom Summen der Trafostation, die man ihnen inzwischen zur Nachbarschaft gemacht hat.

Was mich an Bernkastel-Wittlich am meisten beschäftigte, ist genau diese Dichte, diese schiere Menge an Steinen, deren wahre Bedeutung sich der Forschung so oft entzieht. Kein einzelner Fund erzählt eine vollständige Geschichte – aber zusammengenommen ergeben sie ein Muster, eine Landschaft, die einst offenbar so dicht von Verehrung durchzogen war, dass kaum ein Tal ohne seinen eigenen Wächter blieb. Ich habe gelernt, in diesem Landkreis nicht nach der einen großen Antwort zu suchen, sondern nach der Summe vieler kleiner, unvollständiger Zeugnisse – Steine, die einzeln schweigen, aber gemeinsam beharrlich von etwas erzählen, das wir nie ganz verstehen werden.

Was folgt, sind die einzelnen Orte meiner Besuche im Kreis Bernkastel-Wittlich – Menhire, Ruinen und Wege, an denen sich, wie ich immer wieder spürte, das Alte in stiller, unerschütterlicher Gegenwart hält.
Menhir
Büdlich, Rheinland-Pfalz
Menhire
Enkirch, Rheinland-Pfalz
Menhire
Schönberg, Rheinland-Pfalz
Menhir
Wintrich, Rheinland-Pfalz
Menhire
Archäologiepark Belginum, Rheinland-Pfalz
Teufelsstein
Bruch, Rheinland-Pfalz
Uhrenstein
Monzelfeld, Rheinland-Pfalz
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