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Menhir bei Thomm - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Menhir bei Thomm

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Der Hochwald ist eine Landschaft aus Wäldern, Mooren und langen, windigen Höhen, südlich der Mosel, wo die Wege lang sind und die Ortschaften klein. Thomm liegt in dieser Gegend, an der Straße, die nach Hermeskeil führt. Westlich des Ortes, direkt neben einem Parkplatz an der Landesstraße 151, ragt ein keilförmiger Steinblock aus dem Boden. Er ist etwa zwei Meter hoch, und er ist hell. Das war das Erste, was mir an ihm auffiel: In einem Land aus dunklem Wald und graugrünem Schiefer leuchtet dieser Stein wie ein Stück Mond.

Er besteht aus hellem Quarz, demselben Gestein, wie man es in den sogenannten Wacken des Hochwalds findet, jener Quarzitblöcke, die überall in der Landschaft herumliegen. Wer weiß, wie viele Steine dieser Art im Boden stecken, versteht, wie leicht man einen von ihnen für einen Zufall halten könnte. Und doch heißt es in den Beschreibungen, er sei offensichtlich von Menschenhand aufgerichtet worden und gehöre zu den Menhiren, jenen aufrechten Steinpfeilern oder Blöcken, die man vor allem aus Nordwestfrankreich kennt. Ob er wirklich einer ist, kann ich nicht entscheiden. Der Stein sah aus, als hätte man ihn für diesen Platz ausgesucht, aber das ist ein Eindruck, kein Beweis.

Der Zweck und die Bedeutung solcher Steine sind nicht eindeutig geklärt. Vermutlich handelt es sich um alte Kultsteine aus der Jungsteinzeit oder der frühen Bronzezeit, und jedenfalls sind sie ein Zeichen früher Besiedlung. Menschen, so nimmt man an, haben sich hier versammelt, um einen religiösen Kult zu vollziehen. Ich stand neben dem Stein und versuchte, mir das vorzustellen: Menschen auf einer Hochfläche, die sich im Kreis um einen weißen Fels sammeln, vielleicht bei Sonnenaufgang, vielleicht im Winter. Es ist ein Bild, das ich nicht belegen kann und das sich trotzdem sofort einstellte, so wie ein Geräusch, das man erwartet.

Der Kontrast des Ortes hat mich beschäftigt. Direkt neben dem Stein steht ein Parkplatz, Autos fahren auf der Landesstraße vorbei, und wer hier hält, tut es, um zu wandern oder um die Beine zu strecken. Der Hinkelstein von Thomm ist frei zugänglich, zu jeder Jahreszeit, und er steht so selbstverständlich am Straßenrand, dass man ihn fast übersieht. Auch der Name „Hinkelstein” hat einen Teil von dieser Beiläufigkeit: Aus dem Hünenstein, dem Riesenstein, wurde im Volksmund der Hühnerstein, und aus dem Hühnerstein der Hinkelstein. Ein Wort, das sich im Lauf der Zeit selbst abgenutzt hat wie ein Stein im Wasser, und das nun etwas Komisches und etwas sehr Altes zugleich bezeichnet.

Ich legte die Hand auf die helle Fläche. Sie war überraschend glatt und kühl, an manchen Stellen von Flechten gesprenkelt, und sie glitzerte, wenn das Licht schräg darauf fiel. Der Quarz hat etwas, das anderes Gestein nicht hat, eine fast durchscheinende Härte, als hielte er Licht in sich fest. Vielleicht war es das, was die Menschen vor Jahrtausenden anzog, ein Stein, der sich von der Landschaft abhob und eine Art Gegenwart besaß.

Als ich ging, begann das Licht der Abendsonne die Kante des Steins zu streifen, und für einen Moment sah er aus wie ein Zahn, der aus der Erde ragte, hell gegen die dunklen Fichten. Hinter mir fuhr ein Wagen vorbei, und das Geräusch verlor sich in den Wäldern des Hochwalds. Der Stein blieb, wie er war, still und ein wenig schief, und ich hatte, wie so oft auf dieser Reise, das Gefühl, dass er weniger erklärt werden will, als dass man ihm eine Weile zusieht.
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