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Langenstein auf dem Ferschweiler Plateau - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Langenstein auf dem Ferschweiler Plateau

Reisen > Deutschland > Rheinland-Pfalz > Eifelkreis Bitburg-Prüm
Auf dem Ferschweiler Plateau, einer Hochfläche über dem Tal der Enz, stehen oder standen einst mehrere Steine, die man Menhire nennt. Ich war an diesem Tag zu Fuß unterwegs, durch ausgedehnten Wald südwestlich von Holsthum, vorbei an einer Lichtung, und die Kreisstraße 19 lag nur wenige Schritte östlich. Der Weg wurde dabei zusehends stiller, ohne dass sich etwas geändert hätte. Am Rand der Lichtung stand er dann, der Langenstein, und ich ging zweimal an ihm vorbei, ehe ich begriff, dass er es war.

Das liegt an seiner Größe. Der Stein ist 130 Zentimeter hoch, 140 Zentimeter breit und nur 40 Zentimeter tief, und damit der kleinste unter den Menhiren des Plateaus. Er besteht aus Liassandstein, ist oval geformt, verjüngt sich leicht nach oben, und seine Umrisse sind unregelmäßig und stark abgerundet, als hätte ihn die Zeit wie einen Flusskiesel geschliffen. Er steht innerhalb einer Böschung in leicht abfallendem Gelände und neigt sich deutlich zur Seite, ganz ähnlich wie das nahe Fraubillenkreuz. Ursprünglich war das vermutlich nicht so gedacht, und ich hatte den Eindruck, dass er sich im Lauf der Jahrtausende ein wenig müde gelegt hatte.

Schon der Name sagt, worum es geht. „Langer Stein” ist die Übersetzung des bretonischen Wortes Menhir, und wie an vielen Orten tragen auch hier die Felder in der Umgebung seinen Namen. Dabei ist gar nicht sicher, ob er überhaupt ein Menhir ist, der in der späten Jungsteinzeit zwischen dem fünften und dritten Jahrtausend vor Christus aufgestellt wurde. Der sichtbare Teil wirkt klein, aber vielleicht steckt der größere Teil des Sandsteinblocks noch im Boden. Ich kniete mich hin und fuhr mit der Hand am Fuß des Steins entlang, dorthin, wo die Erde ihn festhält, und fragte mich, wie viel von ihm ich nicht sah. Die erste nachgewiesene Erwähnung stammt erst aus dem Jahr 1930. Davor weiß niemand, was Menschen über ihn dachten.

Nördlich von ihm, nur wenige Schritte entfernt, liegt ein römisches Brandgräberfeld. Ich ging dorthin und stand eine Weile zwischen Bäumen über einem Boden, in dem einst die Toten einer anderen Zeit bestattet wurden. Es wäre leicht, daraus eine Geschichte zu machen, und ich widerstehe dem, weil ich nicht weiß, ob der Stein und die Gräber etwas miteinander zu tun haben. Sicher ist nur, dass dieser kleine Block am Rand einer Lichtung steht, neben den Gräbern von Menschen, die Jahrtausende nach seiner möglichen Aufrichtung hier lebten und starben, und dass beide Orte nebeneinander das Schweigen des Waldes teilen.

Man empfiehlt den Besuch als Teil einer Menhirwanderung über das Plateau: Langenstein, Druidenstein, Fraubillenkreuz und die namenlosen Menhire von Nusbaum. Ich hatte sie bereits besucht, die größeren und bekannteren, und gerade deshalb berührte mich dieser kleine, schief stehende Stein am meisten. Er hat keine Kreuze, keine Namen aus der Romantik, keine Legende von Heiligen oder Druiden. Er hat nur seine Form, seine Neigung und seine Lage am Rand der Lichtung.

Als ich ging, drehte ich mich noch einmal um. Das Licht war bereits tief und warf einen kurzen, schrägen Schatten, der kaum länger war als der Stein selbst. Ich hatte das vertraute Gefühl, dass etwas Aufmerksames im Wald innehielt, ohne es ausdrücken zu können. Vielleicht ist der Langenstein ein Menhir, vielleicht nur ein alter Block im Wald. Aber wer ihn einmal gesucht hat, weiß, dass er etwas anderes ist als ein Fels unter vielen.
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