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Menhir bei Farschweiler - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Menhir bei Farschweiler

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Farschweiler liegt im Osburger Hochwald, etwa auf halbem Weg zwischen Trier und Hermeskeil, in einer Gegend, in der man nach wenigen Minuten im Wald das Gefühl hat, weit von allem entfernt zu sein. Ich war auf dem Römer-Keltenpfad unterwegs, einer Rundwanderung von knapp dreizehn Kilometern, die zu den Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steigs zählt und ihren Namen verdient. Schon am Anfang, am Sportplatz von Farschweiler, kommt man an der Fundstelle einer römischen Wasserleitung vorbei, die man 1927 entdeckte. Danach führt der Weg durch den Wald zu einem keltischen Grabhügelfeld in der Gemarkung Kühonner, und erst nach diesen beiden Zeugnissen späterer Zeiten erreicht man den Stein, der älter sein könnte als beide: den Menhir von Farschweiler.

Er steht nicht, er liegt. Der Menhir ist ein umgestürzter Hinkelstein, der 1929 entdeckt wurde, ein Block von gut drei Metern Länge, genau genommen etwa 3,3 Meter, aus geschichtetem Quarzit mit Quarz. Er ist unbearbeitet, und ich suchte auf seiner Oberfläche vergeblich nach Rillen, Kerben oder Schlagspuren. Was ich fand, war ein langer, grauer Körper, bedeckt mit Moos und Laub, der zwischen den Bäumen lag, als wäre er mitten im Fallen zur Ruhe gekommen. In den Ortsakten des Rheinischen Landesmuseums wird er als dreimetriger, umgestürzter Menhir geführt.

Aber hier muss ich ehrlich sein. Ob er je ein aufrechter Stein war, ist nicht gesichert. Ein Wanderer, der den Stein beschrieben hat, nennt ihn einen Grenzstein oder einen „Menhir” in Anführungszeichen und weist darauf hin, dass große und kleine Blöcke dieser Art in der Gegend regelmäßig vorkommen. Das ist der Einwand, den ich schon bei anderen Steinen des Hochwalds gehört habe: Der Quarzit ist hier überall, und wer einen Stein für einen Menhir hält, muss erklären, warum gerade dieser etwas anderes sein soll als seine Nachbarn. Auch die Forschung hat sich bei den Steinen dieser Gegend wiederholt gefragt, ob sie Menhire, Grabstelen oder Grenzsteine sind. Ich kann diese Frage nicht beantworten. Aber ich stand vor dem Stein, und ich kann sagen, dass er mir nicht wie ein Zufall vorkam.

Vielleicht liegt es an der Größe. Ein Stein von mehr als drei Metern Länge ist kein Brocken, den ein Gletscher oder ein Bach zufällig an dieser Stelle zurückgelassen hätte. Er hat Gewicht und Gestalt, eine Spitze und ein dickeres Ende, und er liegt in einer Lage, die ihn aussehen lässt wie einen Gefallenen. Ich fuhr mit der Hand an seiner Seite entlang, über Quarzadern, die im Licht matt glänzten, und stellte mir vor, wie er aufrecht ausgesehen hätte, ein heller Pfeiler im dunklen Wald, weithin sichtbar. Wer ihn gestürzt hat, wann und warum, weiß niemand.

Es ist ein stiller Ort. Ein Besucher schrieb, im Herbst sei es hier wunderbar, mit den Farben und der Atmosphäre im Nebel, und ich konnte mir das gut vorstellen. An dem Tag, an dem ich dort war, lag ein feines Licht über den Bäumen, und das Laub dämpfte jeden Schritt. Wenn man in der Nähe des Steins stehen bleibt und lauscht, hört man nichts außer dem Wind in den Kronen, und manchmal das Knacken eines Astes, das sich nicht erklären lässt.

Hinter mir lagen die Römer und die Kelten, vor mir lag der Weg weiter nach Herl und zur Scholersmühle, und in der Mitte lag dieser Stein, der zu keiner dieser Zeiten sicher gehört. Vielleicht ist das seine eigentliche Eigenschaft: Er gehört keiner Epoche, er trägt nur das Gewicht dessen, was vor ihnen war. Als ich ging, blieb er hinter mir im Halbdunkel liegen, lang und reglos, und ich hatte, wie so oft auf dieser Reise, das Gefühl, dass ihn mein Besuch nicht verändert hatte, aber dass er mich ein wenig verändert hatte.
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